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Skispringen SM in Einsiedeln - Okt. 2017

14. /15. Okt 2017 | .

Die Schweizer Meisterschaften 2017 im Skispringen fanden vom 13. bis 15. Oktober 2017 in Einsiedeln statt.

Elite-Schweizermeisterschaften in Einsiedeln vom vergangenen Sonntag: Bronze für SCE-Athlet Andreas Schuler

Killian Peier verteidigte seinen Titel erfolgreich. Favorit Simon Ammann war an der Schanze. Doch er sprang nicht.

Der 36-jährige Routinier Simon Ammann, zehn und mehr Jahre älter als seine Schweizer Skispringkollegen, wurde im Vorfeld dieser nationalen Titelkämpfe auf der Andreas-Küttel Schanze als klarer Favorit gehandelt, nachdem er beim Sommer Grand Prix drei Mal Sechster geworden war. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
(Von Urs Gusset)
Er absolvierte zusammen mit Cheftrainer Ronny Hornschuh einen einwöchigen Trainingskurs im südkoreanischen Pyeongchang, wo im kommenden Winter die Olympischen Winterspiele stattfinden. Am Samstag kehrten sie in die Schweiz zurück und landeten in Kloten. Doch das Material war noch in Rom. Der zweifache Vater Simon Ammann war zwar am Sonntag zusammen mit dem dreijährigen Sohn Théodore an den Schanzen Einsiedeln, sprang aber nicht. Ersatzskier hätte er auftreiben können, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Problem seien die fehlenden Sprungschuhe gewesen. Der 22-jährige Killian Peier nutzte in Abwesenheit von Simon Ammann die Gunst der Stunde und feierte seinen zweiten Einzeltitel nach 2016 in Kandersteg. Der Romand sprang in beiden Durchgängen am weitesten (116,5 und 115 Meter) und gewann vor Gregor Deschwanden (115,5 und 114) und dem Rothenthurmer Andreas Schuler (114,5 und 109), der für den SCE springt.
Killian Peier freute sich über die Goldmedaille und sprach von guten Sprüngen. Im ersten Durchgang blieb er nur 0,5 Meter unter der Hillsize von 117 Metern. Den Schanzenrekord hält der Österreicher Gregor Schlierenzauer seit dem Jahr 2008 mit 121 Metern. Killian Peier zeigte sich auch mit seinen Landungen zufrieden, nachdem er zuletzt im Training und im Probedurchgang noch Probleme mit dem Telemark gehabt hatte. Im Wettkampf erhielt er Noten zwischen 18.5 und 19.0 - besser war keiner. Sein Ziel, an den nationalen Titelkämpfen seine besten Sprünge zu zeigen, erreichte er zwar nicht ganz. Doch er darf mit seiner Vorstellung mehr als zufrieden sein.

Andreas Schuler mit Bronze

Der bald 22-jährige Rothenthurmer Andreas Schuler gewann seine erste Einzelmedaille bei der Elite und hatte allen Grund zur Freude, nachdem er am Vortag im Team mit dem Zürcher Skiverband 1 den Titel bereits erfolgreich verteidigt hatte - zusammen mit seinen beiden SCE-Teamkollegen Pascal Kälin und Tobias Birchler sowie Dominik Peter vom SC Am Bachtel Wald.
Andreas Schuler zeigte vor allem im ersten Durchgang einen "Supersprung", wie er selber sagt. Beim zweiten Sprung sei er am Tisch "zu scharf" weggesprungen. Diese Medaille bedeute ihm viel, sagt er und bedauert, dass Simon Ammann nicht gesprungen ist.
Wäre der Routinier gesprungen, wäre es für den Rothenthurmer wohl gleich doppelt schwierig geworden. Zum einen wäre wohl die
eine oder andere Luke tiefer gesprungen worden. Zum andern hätte er sich womöglich hinter Simon Ammann klassiert und die Medaille verpasst. Hätte, wäre, wenn und aber: Simon Ammann sprang leider nicht, Andreas Schuler gewann Bronze.
Der 182 Zentimeter grosse und 63 Kilogramm schwere Rothenthurmer, der im Sommer die zweiteilige Spitzensport-RS zusammen mit Tobias Birchler abgeschlossen hat, ist derjenige Schweizer Skispringer, der zuletzt die grössten Fortschritte gemacht hat. Beim Continentalcup in Frenstat (CZE) belegte das B-Ka-der-Mitglied den ausgezeichneten zweiten Platz. Wer im Conticup aufs Podest springt, sollte auf Stufe Weltcup in die Punkte vorstossen. Beim Sommer GP in Tschaikowski (RUS) belegte er den 18. Platz. Die Steigerung beruht in erster Linie auf der Umstellung beim Absprung während des Sommertrainings. Er stellt seinen Sprung etwas steiler an. In der laufenden Woche absolvieren die Schweizer einen Trainingskurs im deutschen Oberstdorf. Der Weltcupstart in den Olympia-Winter erfolgt in gut einem Monat im polnischen Wisla. Andreas Schuler hofft, dem vierköpfigen Schweizer Team anzugehören - wohl zusammen mit Simon Ammann, Killian Peier und Gregor Deschwanden.

Drei weitere SCE-Springer

Mit Tobias Birchler (Achter), Pascal Kälin (Neunter) und Junior Pascal Müller (Elfter) standen am Sonntag noch drei weitere SCE-Athleten im 15-köpfigen Starterfeld. Tobias Birchler, der am Samstag noch einen J+S-Kurs in Einsiedeln absolviert hatte, zeigte zwei solide Sprünge (106 und 107,5 Meter). Darauf lasse sich aufbauen, sagt er und freut sich, die Position stabilisiert zu haben. Jetzt folge noch der Feinschliff. Der Einsiedler Pascal Kälin (102,5 und 100,5 Meter), der keinen Kaderstatus mehr hat, musste
sich auch den beiden Junioren Sandro Hauswirth (Fünfter und Dominik Peter (Siebter) deutlich geschlagen geben. Position und Absprung seien in Ordnung gewesen, sagt er, alles andere habe er nicht geschafft, er sei verkrampft gewesen. Derweil seine Sprungkollegen diese Woche in Oberstdorf trainieren, springt er in Einsiedeln und spannt noch ein wenig aus (siehe Resultate).
 

Junioren-schweizermeisterschaften in Einsiedeln vom Samstag: Bronze für SCE-Athlet Pascal Müller

Sandro Hauswirth wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann vor Dominik Peter und Pascal Müller. Der 16-jährige SCE-Athlet wechselt ins Lager der Nordisch Kombinierer.

ug. Die Schweizermeisterschaften in Einsiedeln wurden am Samstagvormittag mit den Junioren auf der Andreas-Küttel-Schanze (Hillsize 117 Meter) eröffnet. Am Start waren nur zehn Springer - darunter mit Pascal Müller (Dritter), Noah Camenzind (Achter) und Remo Imhof (Zehnter) auch drei Athleten des Skiclubs Einsiedeln. Sandro Hauswirth, SC Gstaad, siegte bei guten Bedingungen deutlich vor Dominik Peter SC Am Bachtel Wald, und Pascal Müller, SCE.

Zweite Junioren-Medaille

Der 16-Jährige Glarner aus Oberurnen, der im Nationalen Leistungszentrum Einsiedeln trainiert, zeigte mit 97,5 und 94 Meter zwei mittelmässige Sprünge und verlor auf den Sieger beachtliche 35 Meter, Weit mehr als über seine Sprünge freute er sich über seine angestrebte Bronzemedaille, nachdem er nach dem ersten Durchgang nur an vierter Stelle gelegen hatte. Das war seine zweite Medaille bei den Junioren nach 2015. An nationalen Titelkämpfen gewann er zudem noch Gold im Teamspringen mit dem Zürcher Skiverband (2015) und fünf Medaillen bei den U16 - drei Mal Gold in der Nordischen Kombination (2014,2015 und 2016) sowie Silber (2015) und Bronze (2016) im Skispringen. All diese Medaillen bewahrt er in seinem Zimmer auf.

KV-Start und Wechsel

Pascal Müller blickt auf bewegte Wochen zurück. Zum einen besucht er seit August das vierjährige KV in Zürich - genauer gesagt die United School of Sports. Mit Mario Anderegg, Sandro Hauswirth, Lars Kindlimann, Olan Lacroix und Dominik Peter absolvieren fünf weitere Athleten diese Ausbildung. Zum andern entschied er sich im September definitiv, vom Skispringen zur Nordischen Kombination (Skispringen und Langlauf) zu wechseln. Er habe die Nordische Kombination schon immer im Kopf gehabt, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. 2015 habe er sich fürs Skispringen entschieden, weil es für ihn keine andere Möglichkeit gegeben habe. "lch hätte nicht im NLZ Einsiedeln bleiben können, sondern hätte zurück zum Zürcher Skiverband gehen müssen" sagt Pascal Müller, der seit 2015 im NLZ trainiert. Als Begründung für den Wechsel nennt er den Spass an der Nordischen Kombination, die Schnellkraft auf der Schanze und Ausdauer in der Loipe fordert. Dieser Wechsel ist aber auch sinnvoll, weil er bei einer Grösse von nur 168 Zentimetern immerhin 59 Kilogramm auf die Waage bringt. Das sind für einen Skispringer rund fünf Kilogramm zu viel, aber ideal für einen Nordisch Kombinierer, der Kraft in der Loipe braucht.
In dieser Sportart konnte er auch schon international überzeugen. Bei den OPA-Spielen (Alpenländer) in Tarvisio (ITA) belegte er im Januar 2016 in seiner Kategorie den sechsten Platz (Hillsize 65 Meter/4 Kilometer). Bronze verpasste er nur um 22,9 Sekunden.

Weiterhin im NLZ Einsiedeln

Jetzt kann er als Nordisch Kombinierer weiterhin im NLZ Einsiedeln trainieren. Seine Trainer sind Martin Künzle (Skispringen), Sven Arnold (Langlauf) und NLZ-Leiter Marc Völz (Kondition). Das NLZ kostet Pascal Müller - respektive seine Eltern - 3000 Franken pro Jahr. Dabei sei aber nur das Skispringen inbegriffen, sagt der Athlet. Langlauftrainer Sven Arnold und das Langlaufmaterial müssen seine Eltern selber bezahlen. Allein die Materialkosten beziffert er auf 2500 bis 3000 Franken. "Ich suche noch Sponsoren", sagt Pascal Müller und freut sich, dass ein Bekannter seinem Vater am Freitagabend in einem Restaurant in Bilten GL zugesichert hat, die Kosten für ein paar Langlaufski von rund 700 Franken zu übernehmen. Pascal Müller, der den Turnverein Oberurnen, Fischen und Sport allgemein zu seinen Hobbys zählt, macht kein Geheimnis daraus, dass Swiss-Ski keine Freude an seinem Wechsel hatte und erwähnt finanzielle Gründe. Er ist der einzige echte Schweizer Nordisch Kombinierer neben Tim Hug, der in Trachslau wohnt, und im Weltcup startet. Die Ziele von Nordisch Kombinierer Pascal Müller für die Wintersaison 2O17/2018 sind Punkte im Alpencup (Top 30) und die Top 30 an den nordischen Junioren-Weltmeisterschaften, die in Kandersteg (Skispringen und Nordische Kombination) und Goms (Langlauf) ausgetragen werden. Das sind, wie Vater Martin Müller sagt, realistische Zielsetzungen. Der 53-jährige, der beim Kanton St.Gallen arbeitet, ist seit 2009 Trainer des SCE und lobt die neue Chefin Skisprung (siehe Zunterst). Er steht seinem Sohn primär als Chauffeur zur Verfügung (siehe Resultate).
 

Noah Camenzind nur knapp an Gold vorbei

U16-Schweizermeisterschaften in Einsiedeln mit SCE-Silbermedaille

Noah Camenzind vom SCE musste sich Yanick Wasser knapp geschlagen geben. Bronze gewann Felix Trunz.
Ein Bericht von Thomas Czekala.
Trotz eines ersten Platzes im ersten Wertungssprung (76,5 Meter) und einem zweiten Platz im zweiten Durchgang (76) musste sich SCE-springer Noah Camenzind um hauchdünne 1,5 Punkte geschlagen geben. Sieger Yanick Wasser vom SC am Bachtel Wald (76 und 76,5) konnte bereits im Probesprung mit der Bestweite von 77 Metern allen zeigen, dass er Anspruch auf den Titel anmelden würde. Durch seine leicht besseren Haltungsnoten reichten ihm bei einer gleichen Gesamtweite wie Noah Camenzind ein zweiter und ein erster Platz für den U16-Schweizermeistertitel.
Mit guten Weiten von 74,5 und 73,5 Metern, und damit in beiden Durchgängen auf Rang drei, konnte sich Felix Trunz vom SC am Bachtel Wald den dritten Platz unangefochten sichern, ohne aber den beiden Erstplatzierten in irgendeiner Form gefährlich zu werden.
Vom SCE ging auch Remo lmhof als Anwärter auf einen Podestplatz an den Start und konnte als Vierter im ersten Wertungssprung mit einem Satz auf 72,5 Meter und guten Haltungsnoten noch Anschluss an die Führungsgruppe halten. Leider war der zweite Sprung mit 68 Metern etwas kürzer, sodass Leon Zihlmann vom SC am Bachtel Wald, der im ersten Durchgang Fünfter geworden war, an Remo Imhof vorbeizog.
Auch wenn Leon Zihlmann am Wettkampftag Geburtstag hatte, reichte es für das Geburtstagskind nicht für den dritten Platz. Er musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Wie im Kampf um Platz eins war auch der Entscheid um Platz vier hauchdünn. Im direkten Vergleich mit je einem vierten und fünften Platz lag der Springer des SC Einsiedeln in der Summe hinter dem Springer vom SC am Bachtel Wald, sodass Remo lmhof sich mit dem fünften Platz begnügen musste.
Die weiteren Klassierungen der SCE-Springer: 11. Patrice Ochsner, 12. Mauro lmhof.

Ohne Lean Niederberger

Das Wetter dieses Wettkampfs war ein Traum und bot eine tolle Kulisse. Die Teilnehmer mussten lediglich mit leichtem Wind fertig werden, der aber niemals zu längeren Unterbrechungen führte. Leider war das Teilnehmerfeld nicht ganz vollständig. So musste Lean Niederberger vom SC Bannalp Wolfenschiessen nach einem Sturz beim Training seine Teilnahme kurzfristig absagen. Damit war einer der Topfavoriten auf den Titel nicht am Start. Das tut dem Sieg von Yanick Wasser aber keinen Abbruch (siehe Resultate).
 

Alena Czekala verpasste Bronze nur um Wimpernschlag

Damen-Schweizermeisterschaften in Einsiedeln vom Samstag: SC Einsiedeln ohne Medaille

Die zwölfjährige Sina Arnet gewann vor Rea Kindlimann und Emely Torazza, welche die SCE-Springerin Alena Czekala um winzige 1,2 Punkte auf den vierten Platz verwies.

ug. Die Damen trugen ihre Schweizermeisterschaft am Samstagnachmittag zusammen mit den U16-Athleten bei guten Bedingungen auf der Simon-Ammann-Schanze (Hillsize 77 Meter) aus. Die erst zwölfjährige Sina Arnet vom SC Am Bachtel Wald, die Jüngste im sechsköpfigen Feld, siegte klar vor ihrer Vereinskollegin Rea Kindlimann und Emely Torazza vom SC Riedern. Die 16-jährige Alena Czekala, Einsiedeln, die einzige Athletin des SCE, musste sich nach einem verunglückten ersten Sprung auf 47,5 Meter und einem akzeptablen zweiten Sprung auf 53 Meter mit dem undankbaren vierten Platz abfinden - nur 1,2 Punkte hinter der Bronzemedaillen-gewinnerin. Auf die Siegerin, die 74 und 62 Meter erzielte, verlor sie beachtliche 33,5 Meter.

Am wenigsten Erfahrung

Die 16-jährige Alena Czekala, deutsch-schweizerische Doppelbürgerin, ist mit 16 Jahren zwar die älteste Teilnehmerin des nur sechsköpfigen Teilnehmerfelds. Doch sie hat am wenigsten Erfahrung, weil sie erst seit rund zweieinhalb Jah- der mit Skispringen vor einem Jahr aufhörte, an die Schanze - zuerst als Helferin, dann als Athletin, die vom Skisprungfieber gepackt worden war.
Das Skisprung-Abc lernte sie im Skiclub Einsiedeln unter den Trainern Bruno Reuteler, Martin Müller und Pascal Schönenberger. Seit einem Jahr gehört sie der Trainingsgruppe des Zürcher Skiverbands (ZSV)an. Sie liebe das Fliegen, sagt sie. An der Schanze sei sie locker, könne alles vergessen, sich selber sein und ihre Energie rauslassen. Die 165 Zentimeter grosse und 52 Kilogramm schwere Alena,Czekala, die eine Skilänge von 2,26 Metern springt, ist im Gegensatz zu anderen Springerinnen bereits eine junge Frau und nicht mehr so federleicht wie ihre bis vier Jahre jüngeren Konkurrentinnen, was aktuell in Wettkämpfen nicht unbedingt ein Vorteil ist.
Für den Erfolg beim Skispringen muss zum einen die anspruchsvolle Technik beherrscht werden, zum anderen ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht und Körpergrösse bestehen. Bei den Damen treffen unterschiedliche Athletinnen aufeinander. Zum einen die jungen, noch leichten, die aber schon mehr als fünf Jahre springen, zum anderen die schon älteren, etwas schwereren, die aber nicht unbedingt auf gleich viele Trainingseinheiten blicken können. Die an der SM von Alena Czekala wenn es diesmal knapp nicht zu einem Podestplatz gereicht hat.

Gelungener Probesprung

Alena Czekala hätte am Samstagnachmittag bei Aufwind Bronze gewinnen können. Nachdem sie im gelungenen Probesprung 57,5 Meter erzielt hatte, musste sie sich im ersten Durchgang mit 47,5 Meter zufrieden geben - kürzeste Weite aller sechs Teilnehmerinnen. Sie sei mit ihrem Wettkampf nicht zufrieden, sagt sie. Im ersten Sprung sei sie aufgeregt und nicht voll konzentriert gewesen. lm zweiten Sprung habe sie ein besseres Gefühl und nichts mehr zu verlieren als Ausrede für ihre knapp entgangene Medaille gelten lassen. Sie schaue nicht auf die andern und wolle stetig Fortschritte machen. Als solchen bezeichnet sie ihren ersten Sprung von der Andreas-Küttel-Schanze (HS 117 Meter)am letzten Dienstag. Sie ist zuversichtlich, dank intensiven Trainings unter Pia Göhring Birchler, Chef Skisprung des Zürcher Skiverbands, weitere Fortschritte zu machen. Noch fehlt dem Sprung von Alena Czekala die Konstanz. Sie spricht von einem Auf und Ab, aber auch davon, dass sie sich langsam mit den andern messen könne und konkurrenzfähig sei.

Göhring Birchler ortet Potenzial

Auf dem zweiten Sprung vom Samstag lasse sich aufbauen, sagt Pia Göhring Birchler und lässt nicht unerwähnt, dass ihre Springerin noch Steigerungspotenzial hat. Sie nennt eine aggressivere Anfahrtsposition, ein geschlosseneres V in der Flugphase und eine tiefere Telemarklandung. Am Tisch hebe sie rechtzeitig ab, nachdem sie zuvor immer zu spät gewesen sei, sag die Trainerin und freut sich auf weiter kleine, aber stetige Fortschritte - auch im Kraftbereich.
Pia Göhring Birchler hat für ihren Schützling Alena Czekala eine Vision - die Junioren-WM 2018 in Kandersteg. Die beiden haben noch ziemlich viel Arbeit vor sich, aber eine Selektion ist nicht völlig ausser Reichweite. ln der Nordic Arena sprang sie bisher nur auf der K66, aber noch nie auf der K96, auf der die Junioren-WM stattfindet. Doch das sollte nach dem Debüt auf der Andreas-Küttel-Schanze kein Problem sein. Dann weiss die 16-jährige Neuntklässlerin vielleicht auch, was sie lernen möchte. Sie denkt an Optikerin oder Bewegungs- und Gesundheitsfachfrau. Sie lässt nicht unerwähnt, dass sie Schule und Sport super unter einen Hut bringt. Das war in der letzten Saison noch anders. Dennoch feierte sie ihren bisher grössten Erfolg im letzten Winter, Beim Final der Helvetia Nordic Trophy in Chaux-Neuve (FRA)

 

Neu mit Rita Ruoss

ug. Rita Ruoss, Schübelbach, neu Chefin Skisprung des SCE, konnte sich gleich über drei SCE-Einzel-Medaillen freuen. Nach Turbulenzen trat Rita Ruoss, zwar schon während einer Saison zusammen mit Egon Moser für das Administrative zuständig, ihre neue Funktion im Sommer 2017 an und löste Egon Moser ab, Die 42-Jährige, deren 13-Jähriger Sohn Alex auch für den SCE springt, erachtet es nicht als Nachteil, dass sie keine Skisprungvergangenheit hat. Ihre Hauptaufgabe liegt im organisatorischen Bereich. Sie selber bezeichnet sich als "Mädchen für alles" und spricht von einem enormen Zeitaufwand, den sie den Kindern zuliebe aber sehr gerne auf sich nehme, wie sie sagt. Sie arbeitet als Coiffeuse und auf dem Landwirtschaftsbetrieb Fad, den sie zusammen mit ihrem Mann führt.
Skiclub Einsiedeln, 8840 Einsiedeln